XWir verwenden Cookies für die Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Webseite stimmen Sie deren Verwendung zu. Details ansehenWir verwenden Cookies. Wenn Sie weitersurfen stimmen Sie der Nutzung zu. Details ansehen

Jüdischer Friedhof

Alter Jüdischer Friedhof der Stadt Prag

12.000 sichtbare Grabsteine, aber die Gebeine von über 100.000 Toten - auf nur etwa 1 Hektar liegen die Verstorbenen der jüdischen Gemeinde Prags aus über 3 Jahrhunderten. Er liegt zwischen der Pinkas und der Klaus-Synagoge. Seit seiner Gründung zu Zeiten des Mittelalters Anfang des 15. Jahrhundert konnte die Größe des Friedhofs aufgrund des Platzmangels nicht erweitert werden. Der israelitische Glaubensgrundsatz der Unantastbarkeit der Totenruhe und somit das Verbot der Grabesauflösung veranlasste die Menschen dazu, den knappen Platz effizient zu nutzen. Dies führte dazu, dass die Verstorbenen „gestapelt“ wurden und der Friedhof somit bis zu 12 Schichten hat. Die letzte Bestattung fand im 18. Jahrhundert statt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Neue Jüdische Friedhof im Stadtteil Žizkow errichtet.

Die Grabsteine sind teilweise mit Zeichen verziert, die als Symbol für die Familiennamen, die Gemeindezugehörigkeit oder die Tätigkeit der Verstorbenen stehen. So gibt es Löwen und Blumen für die Namen, Trauben als allgemeines Symbol für den Judentum, Scheren oder Geigen für den Beruf und Krüge oder segnende Hände für die Zugehörigkeit zu biblischen Stämmen. Auf den Grabsteinen werden Sie Steine finden können, die dem Brauch nach die Toten bedecken sollen.

Viele berühmte Prager Juden fanden hier ihre letzte Ruhe, so z.B. der Rabbi Judah Löw. Der Legende nach schuf der Geistliche eine Kreatur aus Lehm, den Golem, die er dazu benutzte, die Prager Juden von dem Verdacht zu befreien, sie würden zu rituellen Zwecken Kinder ermorden – eine Geschichte so bizarr wie die Schönheit dieser Totenstätte.

Sie können den Friedhof im Zuge einer Besichtigung des Jüdischen Museums besuchen, auf dessen Territorium er zu finden ist.